ECHTZEIT
24
Licht- und Klanginstallation
Hans Peter Kuhns multimediale Kunstrotunde
Bergwerk
Göttelborn,
Eindicker 4
Quierschied-Göttelborn
Donnerstag, 31. Juli - Mittwoch, 31. Oktober
Eröffnung:
Donnerstag, 31. Juli, 17:00 Uhr
öffnungszeiten
mit Führungen
freitags,
16:00 Uhr
samstags, 14:00 Uhr
ohne
Führung
sonntags, 14:00 - 18:00 Uhr
Einem
zeitgemäßen Stonehenge ähnelnd, stehen 24 Stelen im Kreisrund des
Eindickers 4 der Grube Göttelborn.
In Ihrem Inneren tragen Sie die Propheten der modernen Götter,
Fernsehgeräte und Lautsprecher. Allerdings sind die Fernseher
vom Publikum abgewandt und strahlen mit ihrem flackernden Licht die
umlaufende Außenwand des Gebäudes an. Die Lautsprecher sind dagegen
nach innen gerichtet, spielen aber nur kurze Fetzen des Programms
und lassen sie mit hoher Geschwindigkeit im Kreis um die Besucher
herumrasen.
Auf diese Weise bildet sich die europäische Medienlandschaft
auf einen Blick vor dem Betrachter ab. Allerdings ist von der Botschaft,
die aus zeitgleich empfangenen Fernsehprogrammen 24 europäischer Länder
stammt, nicht mehr viel übrig, da die Reflektionen an der Wand nur
ein abstraktes Licht- und Farbenspiel erkennen lassen. Es geschieht
genau das, was man sowieso schon immer vermutet hat: alle Bilder gleichen
sich. In unregelmäßigen Abständen werden aus jeweils einem der Fernsehprogramme
die Töne auf die Reise um die Zuhörer und -schauer geschickt, aber
ebenfalls ihrer Message beraubt, erscheinen sie als genau das, was
sie letztlich sind: hektische Ausschnitte aus dem undifferenzierten
Rauschen der Medien.
Hans Peter Kuhn ist einer der bekanntesten Vertreter einer genreübergreifenden
Kunstauffassung. Er hat Theatermusiken und Klangenvironnements
u.a. in Zusammenarbeit mit Luc Bondy, Claus Peymann, Robert Wilson
und Sasha Waltz entworfen. Außerdem schuf er Ballett-und Tanzmusiken
für Stars der internationalen Tanzszene sowie zahlreiche Licht- und
Klanginstallationen, u.a. das "Ballett der Kräne" am Potsdamer Platz
in Berlin. 1993 erhielt Hans Peter Kuhn gemeinsam mit Robert Wilson
für die Installation "Memory Loss" den Goldenen Löwen bei der Biennale
in Venedig.