KUNST
VOR ORT
Der "Schicht-Wechsel" erlebt in diesem Sommer seine 11.
Auflage.
Schon seit 1991 präsentiert das Festival der Industriekultur
außergewöhnliche Kunsterlebnisse an ungewöhnlichen
Orten. Räume und Hallen, in denen Menschen viele Jahrzehnte lang
harter körperlicher Arbeit nachgingen, sind nun zu Spielstätten
für zeitgenössische Kultur geworden.
Brachliegende Industrieanlagen erhalten so einen neuen Sinn.
Manchen überzeugten Theater-, Museums- oder Opernbesucher mag
das Konzept noch immer befremden.
Die Erfolge, die nicht nur im Saarland damit erzielt wurden, zeigen
jedoch, dass es der richtige Weg war.
Der "Schicht-Wechsel" ist deshalb auch ein wenig
stolz darauf, als einer der ersten Veranstalter im Land diesen Weg
konsequent beschritten zu haben. Es sind nicht nur die ausgezeichnete
Akustik alter Industriekathedralen oder die faszinierenden Kulissen
stillgelegter Eisen- und Bergwerke, die den Reiz eines Festivals der
Industriekultur ausmachen. Es gibt vielmehr eine greifbare Verwandtschaft
zwischen dem verwaisten Ort und der zeitgenössischen Kunst. Beide
reflektieren einen Schwebezustand, befinden sich im Übergang,
suchen nach neuen Formen und Wegen der Existenz.
Es ist ein Miteinander, das zu einer fruchtbaren Symbiose führen
kann: der Raum inspiriert die Kunst, die Kunst haucht dem Raum neues
Leben ein.
Es war insofern folgerichtig, dass der "Schicht-Wechsel"
immer auch den Kontakt zur experimentellen Kunst suchte und
weiter suchen wird.
Das Theaterstück, bei dem das gesamte Industrieareal zur Bühne
wird, die Klangperformance, die alte Maschinen zu Instrumenten werden
lässt, das Video-Tanzstück, das Körper- und Maschinentechnik
miteinander fusioniert. So werden die Grenzen des herkömmlichen
Genres nicht nur überschritten, so entstehen neue, integrierte
Kunstformen. Trotz eines solchen hohen Anspruchs wollte der "Schicht-Wechsel"
niemals eine einseitige oder kopflastige Veranstaltung sein. Deswegen
gehören auch populäre Kulturereignisse zu den festen Bestandteilen
des Programms. Attraktive Kinofilme, Pop- und Jazzkonzerte, Disco
oder Volksfest belegen die Vielseitigkeit des Festivals der Industriekultur
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